Hüfte

Einführung

Das Hüftgelenk ist von Kindesbeinen an jeden Tag schon unter normalen Umständen starken Beanspruchungen ausgesetzt. Noch viel mehr gilt das bei beruflicher oder sportlicher Mehrbelastung. Oft ist ein Bagatelltrauma der Startpunkt teilweise hartnäckiger und stark einschränkender Schmerzen und Beschwerden. Es kann zu therapieresistenten entzündlichen Veränderungen kommen. Knochenanbauten an der Hüftpfanne oder am Oberschenkelhals schränken die Beweglichkeit, vor allem die Rotationsfähigkeit zunehmend ein. Man spricht vom sogenannten Impingement des Hüftgelenkes. Das macht sich im Alltag mit teilweise hartnäckigen Schmerzen bei Bewegungen aber auch in Ruhe z.B. im Sitzen bemerkbar. Manchmal sind aber auch verletzungsbedingte Schäden an der Gelenklippe der Hüftpfanne, dem sogenannten Labrum, als Ursache für die Schmerzen zu finden. So sollte ein anhaltender unklarer Schmerz in der Hüft- bzw. Leistenregion nach Sportunfällen fachärztlich untersucht und abgeklärt werden.

Noch vor einigen Jahren wurden Patienten mit andauernden Schmerzen in der Hüftregion und am Röntgenbild erst beginnender Arthrose vertröstet nach dem Motto: Schmerzmittel einnehmen, Lebensumstände und Belastung den Bechwerden anpassen. Die Patienten sollten möglichst lange warten bis die Schmerzen überhand nehmen oder die Arthrose des Gelenkes soweit zugenommen haben, dass nunmehr der Einbau einer Prothese gerechtfertigt erscheine. Denn eine wirkliche operative Alternative zur Prothese schien nicht in Sicht.

Seit der Einführung und Verbreitung der Hüftarthroskopie in den letzten Jahren hat sich an dieser für die meisten Patienten unbefriedigenden Situation einiges geändert. Es handelt sich dabei, wie auch am Schulter- oder Kniegelenk um eine sehr schonende, weil minimal invasive Operationsmethode. Der größte Vorteil dabei ist wohl dass das Gelenk nicht wie bei offenen Verfahren luxiert (ausgerenkt) werden muss. Lediglich durch Längszug am zu operierenden Bein wird der Gelenkspalt etwas aufgeweitet, gerade so dass die feinen Operationsinstrumente eingebracht werden können. Über meist 2-3 Schnitte von je knapp 1cm können so die meisten Eingriffe erfolgen.

Dr. Ralph Wischatta führt dieses anspruchsvolle Operationsverfahren mit Erfolg seit 2008 durch. Er hat sich in zahlreichen Operationskursen und Workshops kontinuierlich fortgebildet. Durch die Schonung der das Hüftgelenk umgebenden anatomischen Strukturen kann der Patient schon am Tag nach der Operation wieder aufstehen und mobilisiert werden. In enger Absprache mit dem behandelnden Physiotherapeuten wird der postoperative Behandlungsplan aufgestellt. Das Gehen an Unterarmgehstützen und Einhalten von Teilbelastung ist postoperativ je nach OP-Verfahren zwischen wenigen Tagen und 6 Wochen notwendig. Viele Patienten können bereits nach wenigen Wochen wieder ihren Alltagsaktivitäten ohne Einschränkungen nachgehen. So ist die Hüftarthroskopie zwar noch nicht weit verbreitet. Sie kann aber bei korrekter Indikationsstellung vielen Patienten helfen.

„Nicht jedem Patient, der zu mir in die Sprechstunde kommt, kann mit einer Hüftarthroskopie geholfen werden. Dazu bedarf es einer genauen klinischen Untersuchung, ergänzt durch Röntgen- und MRT-Aufnahmen. Sollte sich dabei ein zu weit fortgeschrittener Gelenkverschleiß zeigen, ist dem Patienten mit einer Arthroskopie nicht mehr zu helfen und es steht die Versorgung mit einem künstlichen Hüftgelenk zur Verfügung. Der anderen Patientengruppe kann aber mit diesem innovativen Operationsverfahren sehr gut und schnell geholfen werden.“