Ellenbogen

Einführung

Unter den großen Gelenken, wie Hüft-, Knie-, Schulter-, und Sprunggelenk ist das Ellenbogengelenk durch seine enge Anatomie das am schwierigsten zugängliche Gelenk für die arthroskopische Technik.

Mit einem Anteil von unter 5% wird die Ellenbogengelenks-Arthroskopie vergleichsweise selten durchgeführt. Dagegen liegt der Anteil an Ellenbogengelenks-Arthroskopien bei Handballprofisportlern bei etwa 20%, was die sportartspezifische Belastung für das Ellenbogengelenk verdeutlicht.

Nur hochspezialisierte Arthroskopeure sind mit der Methode der Ellenbogenarthroskopie ausreichend vertraut. Auch der technischen Entwicklung ist es zu verdanken, dass heute immer mehr Operationen des Ellenbogengelenkes arthroskopisch und damit schonend durchgeführt werden können.

Arthrose

Bei Osteophyten handelt es sich um degenerative Veränderungen der knöchernen Ränder des Knochens, die zu nicht physiologischen Knochenneubildungen (Randleisten) führen.

Die Osteophyten, die sich primär an Knochenvorsprüngen am Rande der Gelenkflächen bilden können, sind von unterschiedlicher Größe und Form und behindern daurch mehr oder minder die Beweglichkeit des Gelenkes.

Die arthroskoische Entfernung von Osteophyten erfolgt durch die Nutzung von Zusatzinstrumenten, wie Shaverblades und Meißeln.

Bei Knorpelverschleiß betrifft die Erkrankung oft nicht nur die Gelenkoberfläche, denn auch die unterhalb des Knorpels liegende Knochenmatix kann bereits beschädigt sein. Beide Komponenten verursachen durch erhöhten Abrieb eine Entzündungsreaktion (Arthritis). Die Beschwerden werden daher durch das Abtragen des veränderten Knorpel- und Knochengewebes gelindert.

Aus Stammzellen und Wachstumsfaktoren generiert der Körper in diesen Bereichen einen Regeneratknorpel, der die Funktion in ausreichender Weise wiederherstellen kann. Die Heilungszeit kann je nach Größe des Schadens über ein Jahr betragen. Wie groß und wie lang der Erfolg einer knorpelregenerativen Operation ist, hängt ebenfalls vom Ausmaß der Schädigung ab. Insbesondere bei starker Gelenksteife, Bandinstabilität oder Deformität des Gelenkes sind die Erfolgsaussichten eingeschränkt.

Freie Gelenkkörper

Sie stellen Strukturen dar, die als Resultat von Verletzungen, Arthrosen, Schleimhauterkrankungen (Chondromatose) oder der Osteochondrose des Ellbogens entstehen können.

Frei Gelenkkörper wandern im Gelenk und werden daher an unterschiedlichen Regionen bemerkt. Nicht selten aber können sie auch mit der Schleimhaut oder der Gelenkkapsel verwachsen sein. Sie führen oft zur Bewegungseinschränkung als plötzliches Ereignis (Blockade) oder anhaltender Steife.

Die Entfernung dieser Gelenkkörper mittels Arthroskopie führt zu einer deutlichen Reduktion von Schmerzen beim betroffenen Patienten

Synovialitis (Entzündung der Gelenkschleimhaut)

Ziel der Arthoskopischen Operation ist eine möglichst komplette Entfernung der veränderten Schleimhaut zu erreichen.

Bei einer rheumatoiden Arthritis kann eine RSO (Radiosynoviorthese) ca. 8 Wo. nach dem Eingriff den Behandlungserfolg dauerhaft sichern. Auch muss die entzündungshemmende Therapie (Basistherapie) eingeleitet bzw. fortgesetzt werden.

Bei einer bakteriellen Gelenkentzündung muss im Anschluss an die Operation eine Antibiotikatherapie fortgeführt werden, bis sich die Entzündungswerte normalisiert haben.

Osteochondrosis dissecans (M. Panner)

Beschrieben durch Hans J. Panner (Radiologe, Kopenhagen, 1871–1930 ist es die häufigste avaskuläre Nekrose (Abstereben des Knochen bei mangelnder Durchblutung) im Bereich des Ellenbogens (Capitulum humeri).

Die Erkrankung verläuft in typischen Stadien. Kommt es nicht zu einer Ausheilung der Erkrankung sind häufig auch operative Maßnahmen notwendig.

Ausgangspunkt ist ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Belastung und Belastbarkeit der Wachstumsregion. Die genauen Ursachen des Auftretens sind in der Regel nicht zu ermitteln, es liegt jedoch in jedem Fall eine lokale Zirkulationsstörung vor.

Die arthroskopische Therapie ist dann erforderlich, wenn sich ein Dissekat (Gelenkmaus) ablöst. Das Dissekat kann arthroskopisch refixiert oder muss bei ungünstiger Vitalität entfernt werden. In letzterem Fall ist eine regenerative Knochenfräsung oder Knorpeltransplantation erforderlich, die gute Aussichten auf eine Ausheilung des Defektes hat.

Entsteht aus einer Fehlheilung des M. Panner als Spätfolge eine Arthrose, so sind ebenfalls arthroskopische knorpelregenerative Verfahren erfolgsversprechend.

Gelenksteife (Arthrofibrose)

Ziel ist die arthroskopische Resektion von verschwielten und geschrumpften Gelenkkapselanteilen (Arthrolyse), die nach anschließender moderater Mobilisierung des Gelenkes zu einer Freigabe der Beweglichkeit führen.

Der Behandlungserfolg wird neben der Operation allerdings wesentlich durch die Nachbehandlung beeinflusst. Regelmäßige (zunächst tägliche) Bewegungsübungen (Physiotherapie) unter einer ausreichenden Schmerztherapie sind Voraussetzung für ein gutes dauerhaftes Ergebnis.